Post vom Hausboot
Bananenbrot, Espresso und immer derselbe Fluß
Hallo Freunde,
der frühe Vogel schreibt Euch heute Morgen aus dem Studio. Gestern und heute ist Ryzon mit einem Pop-up-Store bei uns zu Gast. Eine tolle Marke mit einer sehr netten Community. Natürlich gibt es sehr guten Kaffee aus einer hübschen Espressomaschine – und dazu Bananenbrot. Radsport halt.
Apropos Radsport: Am Donnerstag war Michael in Hamburg. Wir haben einige neue Porträts für verschiedene Medien gemacht, und danach sind wir noch eine Runde Rad gefahren. Paul lacht immer über mich, weil ich vom Frühlingswetter so geflasht bin. Aber er hat ja auch nicht wie wir monatelang kaum Sonne gesehen.
Jetzt scheint sie wieder. Es wird warm. Und die Abendrunde war herrlich.
Ich war auch endlich wieder paddeln. Es war eine ungewohnte Bewegung, und deshalb hatte ich am nächsten Tag erheblichen Muskelkater. Das Wasser ist noch sehr kalt. Reinfallen sollte man nicht. Eine Kenterrolle kann ich zwar, aber bei diesen Bedingungen habe ich schon gehörigen Respekt, wenn ich auf der Elbe unterwegs bin.
Gestern habe in einem Bildband von Hiroshi Sugimoto geblättert. Der japanische Fotograf ist über die Jahre zu einem meiner Lieblingsfotografen geworden. Am Anfang waren es wohl seine Wasserbilder, die ich so richtig gut fand.
Auf seinen Schwarz-Weiß-Bildern ist oft dasselbe zu sehen: Meer und Himmel. Und exakt in der Mitte eine Linie. Ich kann gut nachvollziehen, dass er so lange auf das Wasser schaut – und ahne, was es mit ihm macht.
Es ist erstaunlich, wie das gleiche Gewässer immer wieder anders aussieht. Manchmal glatt wie Glas, und ich möchte sofort hineinspringen. Manchmal so aufgewühlt, dass ich Respekt bekomme.
Sugimoto hat Geduld. Seine Belichtungen dauern oft minutenlang. Durch die lange Belichtung wird das Wasser ruhig. Bewegung wird zu einer Fläche. Er schafft es, Zeit sichtbar zu machen.
Es gibt bei Hatje Cantz ein wirklich schönes Buch über seine Arbeit, das inzwischen leider vergriffen ist. Aber gebraucht findet man es noch immer wieder. Ich blättere oft darin.
Ich frage mich manchmal, ob mich das deshalb so fasziniert, weil ich selbst jeden Tag auf Wasser schaue. Aber ich glaube, es steckt noch etwas anderes dahinter.
Das Wasser verändert sich ständig. Aber nur, wenn man bleibt, kann man es erkennen.
Ahoi,
Olaf




Was für ein schöner Samstagmorgen Bericht. Oh ja, Wasser ist immer schön zu beobachten, auch wenn ich seit einer Woche in den Bergen wohne, die haben auch was. Ich freu mich jeden Samstag über deine Nachricht. Und ja, es wird endlich Frühling, auch wenn mir die Frühblüher Allergie zu schaffen macht. Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende. Liebe Grüße von einer ehemaligen Kölnerin, die jetzt in Bayern wohnt. Dagmar